Oben angekommen, packen viele Besucher erstmal ihr Fernglas aus, um die Landschaft und das Häusermeer zu begutachten. Einige tauchen mit Straßenkarten auf und scheinen die Gebäudekonturen auf dem Papier mit den tatsächlichen Umrissen zu vergleichen. Der Autor liest Fragmente aus seinem letzten Buch, die Geschichten drehen sich um seine Zivizeit in einem Wohnprojekt für geistig Behinderte (“Downies”), dann das Leben auf dem Land in Süddeutschland als Jugendlicher, dann ein Ferienurlaub irgendwo am Meer, anscheinend der erste nähere Kontakt mit Frauen und offensichtlich eine autobiographische Episode, denn einige Gäste bei dieser Lesung lauschen gewissenhaft den Sätzen, so als ob sie die Übereinstimmung mit ihren weit zurückliegenden Erinnerungen prüfen müssten. Einige lachen hysterisch. Die stories, insbesondere die kritisch wiedergegebenen Erinnerungen von einem Leben als Heranwachsender auf dem Lande, finden in der Skylounge in Berlin-Gropiusstadt, im 30. Stockwerk und inmitten einer eher untrendigen Satellitenstadt-Hörerschaft einen widersprüchlichen Resonanzraum.

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