In einem ganzseitigen Bericht erzählt Uwe Ebbinghaus über den “Deutschen Sebastian Thrun”, der in Kalifornien in verschiedenen Positionen die Zukunft heraufbeschwört. Mal an der Universität in Stanford, wo er das KI-Labor leitete, dann als Gründer des GoogleX-Komplexes, der Streetview, autonome Autos und Zukunftsbrillen gebiert wie ein Alien-Overlord. Das neuste Baby des Sebastian aus Solingen ist “Udacity”, eine Universität, die ganz auf ELearning setzt, aus Kostengründen, wie Thrun sagt, aber vor allem wohl, weil die Erschaffer (“ein Großraumbüro, in dem lauter junge Leute hinter Apple-Computern sitzen”) wie auch die Nutzer (“können die kurzen Vorlesungs-Videos mehrfach anschauen und den Ort dafür frei wählen”) Internet-affiner sind und lieber mit Google-Brillen herumsitzen, als sich in einen echten Hörsaal zu begeben.

Nach einer ausgedehnten Testfahrt mit einem autonomen Google-Lexus, der anscheinend mühelos jegliche Straßensituation meistert, bietet der Wahlkalifornier Uwe Ebbinghaus an, bei der Rückfahrt sein Elektroauto zu lenken. Ebbinghaus, scheinbar völlig euphorisiert von dem ganzen Technik-Schnickschnack, stimmt begeistert zu, allerdings macht ihm das automatisch schaltende Auto die Übung schwerer als nötig wäre:

‘Führerschein haben Sie ja?’, fragt Thrun, bevor ihm nach wenigen Metern, dem ersten Stoppschild und einer Vollbremsung bewusst wird, dass das Experiment nicht ohne Tücken verläuft. Ein Roboterauto würde sich nicht so dumm anstellen. Doch wir bewahren Haltung bis zu unserem Zielort, der vorpreschende Forscher und der bremsende deutsche Reporter, ein Muster der kommenden Jahre.”