Wer hier wem aufs Dach gestiegen ist – klassische Blogger sehen im FAS – SZ – Titanic Triptychon einen erneuten Beweis dafür, dass Printmedien die Wellen, die ihre Beiträge zu schlagen vermögen, nicht im Geringsten abschätzen können – und umgekehrt die Internethungrigen auf jeden Zug aufspringen, den sie in gedruckter (oder wohl eher: digitalisierter) Form erspähen können, auch wenn es sich nur um eine Märklin-Modell-Dampflok handelt, die im Kreis fährt. Der Autor des FAS-Artikels haut die These raus, dass das neuerlich von der SZ abgedruckte Grass-Gedicht über Griechenland eine Ente sei, die von der Titanic in die Redaktionskreisläufe der Münchner Überregionalen eingespeist worden ist. Peng! Das sass. Die Ungläubigkeit der deutschen Halbkultur- und Kulturgesellschaft darüber, dass ein alter Mann einem lyrisch verlorenen Pfeil noch einen zweiten hinterherschiesst, hatte nun eine sichere Basis: natürlich tut er das nicht! Das Ganze wird dem armen Mann (und der SZ) in die Schuhe geschoben! Man twitterte. Auch andere Medien griffen die Geschichte vom Hoax auf. Die FAS fügte in der Einleitung des digitalisierten Textes einen schütteren Hinweis auf eine mögliche Ironie ein. Das wäre dann der Presse-Internet-Disclaimer; Achtung hier Pressegebiet, Betreten auf eigene Intelligenz.

Die Blogs (hier, hier) gaben sich natürlich sauer. Es wurde gestänkert, es gab Fremdschämen. Über Pfingsten konnte die Story ordentlich gären, bis spätestens am Dienstag wieder die Nachrichtenleute in ihren Büros sassen.

Update: Titanic reagiert (“Schluss mit dem Unsinn!”)