Oliver Maria Schmitt, der lauffaul gewordene Ex-Komiker, ist nun auch Ex-Politiker. Allmählich gibt der Mann zu erkennen, dass er sich aus allen Bereichen des menschlichen Handlungsvermögens zurückziehen möchte, die Befähigung zum schriftlichen Ausdruck fahren lässt, die Fähigkeit, Kritik zu üben und nun auch die Bereitschaft, eine Stadt zu führen einfach in den Wind schlägt. Dabei war seine Ausgangsanalyse eine treffsichere wie sie sonst selten ist:

In endlosen nächtlichen Strategiesitzungen wurde ich mit schwersten Alkoholeinflößungen auf Partei-Linie gebracht. „Inhalte überwinden“, hämmerte man mir ein, immer wieder.

Um Inhalte erfolgreich zu überwinden, suchte ich nach möglichst sinnfreien Botschaften, um angehende Stammwähler nicht zu verstören. Das war gar nicht so leicht. Auf ihren Plakaten war mir die Parteienkonkurrenz immer schon einen Schritt voraus: „Frankfurt verpflichtet“ – zu was? „Sorglos zuhause“ – bei wem? „Frankfurt verstehen“ – und dann?