Das war ein Heimspiel für das links-satirische Nachrichtenportal PPQ, als der Beitrag von Holger Finn “Lob des Sozialismus” beim Autorenwettbewerb der Friedrich-Naumann-Stiftung mit Abstand den ersten Platz beim Kampf um die Auszeichnung “Autor der Freiheit 2011” holte. “Lob des Sozialismus” war eine Replik auf einen fragwürdigen Aufmacher der SED-nahen Zeitung “Junge Welt”, in dem zum Jubiläum des Mauerbaus am 13. August 1961 zumindest den ohnehin linksgerichteten Lesern in Erinnerung gerufen werden sollte, dass in den knapp dreissig Jahren Abschottung nicht alles schlecht war. Unter dem Titel “Wir sagen an dieser Stelle einfach mal: DANKE” wurden die vermeintlichen Vorzüge des Unrechtstaates angepriesen. Eine Auflistung der Argumente findet sich hier. Zwar kann sich auch PPQ nachwievor nicht vollständig des Eindrucks erwehren, dass eine verlängerte DDR wohlmöglich nicht ganz so schlecht gewesen wäre. Schlussendlich überwiegen aber in den gemässigten Teilen des Internets die rationalen Erwägungen, die zu dem einen aussagekräftigen Schluss kommen: “Derselbe Text mit entgegengesetztem Impetus vor 28 Jahren in derselben Zeitung veröffentlicht, hätte alle Beteiligten Existenz und Freiheit gekostet. Heute lachen wir drüber.” So PPQ. Dass ein für einmal ernstgemeinter Beitrag auf der Satireseite es bei einem seriösen Autorenwettbewerb schafft, ganz vorne mitzuspielen (vor den üblichen Teilnehmern wie Solms oder Martenstein), zeugt von der Qualität dieser Seite, deren Erkennungsmerkmal es früher gewesen ist, dem Nachrichtensender NTV zu unterstellen, es beschäftige den Ex-Diktator Adolf Hitler als Moderator (hier, oder hier). “Wir sagen an dieser Stelle einfach mal Danke” darf also PPQ nun titeln, in mindestens doppelter Anspielung wieder mit gewohnt schelmischem Grinsen. So haben die alten Feinde SED und FDP wieder zusammengefunden.