«Der erste, der ein Stück Land einzäunte, auf den Gedanken verfiel, zu sagen: Das gehört mir, und Leute fand, die schlicht genug waren, ihm zu glauben, war der eigentliche Gründer der Gesellschaft. Wie viele Verbrechen, Kriege, Morde, wieviel Grauen und Leid hätte nicht derjenige der Menschheit erspart, der, indem er die Pfähle herausriß oder den Graben zuschüttete, seinesgleichen zugerufen hätte: Hütet euch, auf diesen Betrüger zu hören! Ihr seid verloren, wenn ihr vergeßt, daß die Früchte allen gehören und die Erde keinem!»

/Rousseau: Discours sur les sciences et les arts

«Immerhin mögen Romandichter, die sich ihrer Ideale nicht entschlagen können, und gewohnt sind, vom Naturmenschen, vom goldenen Zeitalter, von ursprünglicher Vortrefflichkeit und Einfalt, und einem angeborenen Gefühl, daß allen alles gehörte, überirdisch träumen, immerhin mögen sie, sage ich, diese Bilder ihrer süßelnden Phantasie auch in ihre Darstellung der wirklichen Welt übertragen: der Reisende durchirrt alle vier Weltteile, und findet nirgends das liebenswürdige Völkchen, welches man ihm in jedem Walde und in jeder Wildniß versprach… Man zeige uns den Wilden, der ohne blödsinnig zu sein, vom Mein und Dein gar keine Begriffe hat. Sein ist die Hütte, die er errichtet, der Pelz, den er genäht, der Kahn, den er ausgehöhlt, der Bogen, den er geschnitzt, die Schleuder, die er geflochten, das Netz, das er gestrickt… Sein ist der Baum über seinem Haupte, der ihm Früchte trägt, das Wild, das er tödtet, der Fisch, den er fängt. Sein ist endlich der Wald wo er jagd, das Ufer wo er fischt, das Weib, das er umarmt. Niemand versucht es ungeahndet, ihn im Besitz dieses Eigenthums zu beeinträchtigen.»

/Georg Forster: Cook der Entdecker