Wiedermal in Mitte, an der Karl-Liebknecht-Straße, im ehemaligen Collegium Hungarium Berlin. Hier spricht der Garderobist nur Englisch. Okay, we understand. Im schicken Restaurant mit seinen zementigen DDR-Kugellampen kredenzt ein kleines Publikum edle Menus, umschwirrt von emsigen Kellnern, die Fotografen nicht sehr mögen. Der Posh-Faktor hängt hier etwas tiefer.

Die Promillewerte an der Bar hingegen sind in Ordnung, der Rotwein könnte etwas kühler sein. Der kalte Luftzug von der Eingangstür zieht am DJ vorbei, der in einer Ecke die Scheiben dreht. In die weitläufige, dämmrige Lounge dringt die Musik nur gedämpft. Hier ist casual talk und half-glamourous sitting together, it goes without saying. Die Managerin der Band trägt eine große, weiße Schleife am Rücken und erinnert mich an eine Freundin, die Handtaschen in der Form von solchen Schleifen genäht hat.

Call me up, ist das dein Bier? Hallo, ich bin Claude. Nice to meet you. Die Rot-Menschen im hinteren Teil fiebern dem Konzert entgegen, während die crowd an der Fensterfront, hin zur Marienkirche, der Spree und der blau wabernden Luft vor dem Radisson wohl eher an den Krevetten mit Perlhuhn entlangdenken, oder gedanklich in der Zitronengrassuppe dümpeln, oder sich am Chauteau de Parenchère verschlucken. Let’s go inside!

Das Instrumentarium ist wie gewohnt, die Besetzung ebenfalls. Wo ist das Gemäuer der zerbombten Kirche in der Invalidenstraße? Aber nein, wir sind ja in einem anderen Teil von Mitte, hier bedecken schwere, geräuschlenkende Holzpaneele die Wände, den später lauter werdenden Sound aus der Bar kriegen wir dennoch ab. Das Sirren von Dutzenden von Filmkameras. Dann endlich der Star des Abends, der scheue Claude. Er ist ganz weiß und wollig gekleidet, weiße Plüschpantoffeln, the top a mixture of metal and silk.

Hey Peter Pan now that you’re a man could you every fly again?
Hey little princess now that you’re a mess would you ever dance again?

Als die knackende und weinerliche Ouverture erklingt mit ihren orgelpedalartigen Atemstößen, da wissen wir wieder, warum wir hierher geirrlichtert sind: My Name is Claude.

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