Es riecht nach verbranntem Fleisch. Mein mittlerer Finger ist ganz taub, durch ihn und die linke Hand und schliesslich durch den kleinen Zeh des linken Fusses hat sich der Elektroblitz seinen Weg gebahnt, den ich aus Versehen aus einem verdeckt liegenden, offenen Kabel hinter der Lampe im Badezimmer hervorgelockt habe. Aus der Dusche kommend noch ganz nass, trockne ich mich ein wenig unsicher ab. Ich gehe durch die nun dunkle Wohnung zum Sicherungskasten, lege den Schalter um und gehe wieder ins Bad. Im Licht der Wandlampe betrachte ich meine Hand und ihre Finger. Es gibt schwarz-weisse Spuren darauf, die Haare sind versengt. Ehrfurchtsvoll blicke ich die Glühbirne an, das Ungewiss der Drähte hinter der Abdeckung, die lose von der Wand herunterhängt. Nun bin ich wach. Wach nach einem Tag, der so zäh und verlaufen war wie wenige zuvor. Was ist diese Trägheit, wo kommt sie her? Die Tage sind hell und sonnig, aber kurz, abends verlasse ich erst weit nach dem Eindunkeln das Institut. In der SBahn schlafe ich, dämmere dem Restabend entgegen.