Sehnsucht Nummer zwei war eine dunkelhaarige und spitzmündische Québequoise, eine wilde Furie, heissblütig und kaltschnäuzig. Ohne Halt und das Bedürfnis, stehenzubleiben, geriet sie an mich. Eines Morgens, als ich gerade aufgestanden war und nackt im Zimmer umherlief, musterte sie mich unverhohlen von Kopf bis Fuss über die Laken und Kissen ihres Lagers hinweg. Anderntags betrachtete ich sie, als sie noch im Bett lag. Schaute auf ihre starken Waden, die glatte Haut ihres Hinterns und die schwarzen Haare. In diesem Moment wandte sie mir den Kopf ganz zu und öffnete die Augen. Dunkles Feuer traf mich aus ihrem Inneren. Später, auf der Treppe, als sie mir entgegenkam, griff ich hart in ihre Mähne und zog sie zu Boden. Erst, nachdem sie die anfängliche Erregung überwunden hatte, leistete sie Widerstand. Ihre Zähne waren überall.

In der Fussgängerzone traf ich sie ein letztes Mal. Ihre Augen, unter gepunktet betonten Brauen gelegen, waren nun wie müde Kohlen im Schlund einer schwarzen Nelke.

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