Es gibt eine neue Figur auf dem elektronischen Parkett in Mitte. Eigentlich ist dieser Jemand schon länger darauf unterwegs, denn wenn man Zeitungsberichten glaubt, so ist der Frankokanadier Claude in die Arme der alten Dame Berlin gereist, um seiner eigentlichen Sehnsucht, einer anerkannten künstlerischen Existenz in Paris, näherzukommen. In Berlin hat er natürlich alle Aufmerksamkeit. Der Stil von My Name is Claude ist nicht einzuordnen. So etwas wie glamourmässig sehr abgespeckte Fischerspooner, oder wie Slut seit “Corpus Delicti” mit mehr Folk. Das Album “Science of Doubt” ist soeben erschienen (ordern: hier). Unter dieser Adresse ist ein Videomitschnitt ebenfalls aus Berlin zu sehen – das wunderbare Lied “Yoyo”. Das Konzert am 23.9. fand in der St. Elisabethkirche statt – einen passenderen Ort für die zeitweise sakralen Anleihen der Musik hätte man nicht finden können. Ein traumartiges Empfinden von Maschinensprache. Uneingeschränkte Hörempfehlung.