Prof. Dr. Ernst Osterkamp, der Anfang Mai zu der Poesie der Zeichensetzung referierte, sprach über den Dreifachpunkt und begann seinen Vortrag mit der Verurteilung eines Textes eines Süddeutsche-Feuilleton-Redakteurs, den ich als FAZ-Leser natürlich nicht kannte. In diesem Text tauchten enorm viele Dreifachpunkte auf. Der Dreifachpunkt, so Osterkamp, der offenbar nicht wenig Zeit auf die Forschung um Satzzeichen verwandte, ist in neuester Zeit ein platzsparender Hinweis an den Leser, dass der Autor noch viel über das Thema zu sagen hätte, es aber aus Zeitgründen nicht kann und dank des Vertrauens des Lesers in den Autor auch nicht braucht. Eine Art semiotisches „Sie wissen, wovon ich rede“. Diesen Dreifachpunkt zu benutzen, gerade als Feuilleton-Redakteur, zieme sich nicht, donnerte Osterkamp. Er kam auf den Stand der Forschung um den Dreifach- und Doppelpunkt zu sprechen. Und setzte, kurze Zeit später, zu einer weiteren Kritik an, diesmal gerichtet an die Interpreten der deutsche Literatur. Diese würden, ihrer Verwendung von Dreifachpunkten nach zu schließen, sich nichtmal selbst genügend Gedanken über die Bedeutung von Satzzeichen bei den von ihnen interpretierten Autoren machen, wenn sie selbst so schamlos und unreflektiert die Satzzeichen raushauten. Osterkamp schnaufte. Das Thema war ihm wichtig. „Die Speerspitzen der Forschung in deutscher Literatur“, so grollte er, „sind sich überhaupt nicht der Bedeutung bewusst, die in diesen Satzzeichen liegt!“

Nur um wenig später, mit einer sanften Stimme, die man ihm nicht zugetraut hätte, die wunderbarste und zarteste Stelle zwar nicht der deutschen, aber doch der angelsächsischen Literatur vorzutragen, die mit einem einzigen Punkt auskommt Ganz sanft und behutsam trug er diese Stelle vor.

I was a Flower of the mountain yes when I put the rose in my hair like the Andalusian girls used or shall I wear a red yes and how he kissed me under the Moorish wall and I thought well as well him as another and then I asked him with my eyes to ask again yes and then he asked me would I yes to say yes my mountain flower and first I put my arms around him yes and drew him down to me so he could feel my breasts all perfume yes and his heart was going like mad and yes I said yes I will Yes.

(Joyce – Ulysses)