Die wunderbare JennyRebecca Winans in der Aufführung “Madame Butterfly’s Möglichkeiten” im Heimathafen Neukölln. Ihre Möglichkeiten, die an

verschiedenen Orten in Berlin kurzfristig zu bestaunen waren und im gespenstischen Wasserturm von Pankow endeten, habe ich mir nicht angesehen. Aber ihre zauberhafte Darbietung im klassischen Opernteil war umwerfend. Der kleine Saal des kleinen Nachbars der Neuköllner Oper wirkte wie ein Studio, in dem einige Theaterstudenten ein neues Stück einstudieren. Die anfängliche Lockerheit des Spiels wurde bald verdrängt von der Strenge des Librettos, dem die Inszenierung hinterhereiferte. Erst wirkte es noch wie ein recht gesichtsloses Drama, das mit Dia und anderen Projektoren am Leben erhalten werden musste, dann aber zeichnete sich ein Kammerspiel im Kleinen ab, dessen Intensität einen wohligen Höhepunkt anstrebte. Was die Regisseure mit den erweiterten “Möglichkeiten” bezwecken wollten, ist mir schleierhaft, abgesehen vielleicht von der Einbindung der Stadt. Das Ende des Stücks war auf jeden Fall wenig überzeugend, denn weder sind die Sänger anwesend, noch ist das Musikquartett ein würdiger Ersatz. Ich fühlte mich etwas gebeutelt, als alles vorbei war. War froh, dass das unwürdige Ende vorüber war. Und vermisste so stark den Klang ihrer Stimme.