Man schrieb den 3. Dezember, und es regnete immer noch. Die Zahl 3 hob sich riesig, ganz schwarz, mit einer Art dickem Bauch von dem grellen Weiß des Kalenders ab, der rechts von der Kasse an der Zwischenwand aus dunklem Eichenholz hing, die den Laden vom Schaufenster trennte. Es war genau zwanzig Tage her, die Geschichte war nämlich am 13. November passiert – wieder so eine dickbäuchige 3 auf dem Kalender -, seit die erste alte Frau in der Nähe der Saint-Sauveur-Kirche, einige Schritte vom Kanal entfernt, ermordet worden war.

Und seit dem 13. November regnete es.

An Regentagen liest sich Simenons “Die Fantome des Hutmachers”, das in La Rochelle spielt, besonders gut. Simenons Werk und auch seine 75 Maigret-Romane werden eben von Diogenes neu aufgelegt und erscheinen in schönen, handlich kleinen gebundenen Büchlein. Das erstmalig 1949 erschienene “Fantome” findet man aber noch nicht in den Buchgeschäften, man muss stattdessen auf ebay oder amazon zurückgreifen, denn es wird erst 2012 neu aufgelegt. Uneingeschränkte Leseempfehlung.