“Es ist kurz vor elf, als du den Waschsalon betrittst. Deine Augen sind etwas geschlossen, als seist du müde. Du trägst einen gelben Pullover aus Wolle, der am linken Ärmel leicht aufgeribbelt ist und ich weiß, dass wir nun zusammen gehören. Ich bin mir sicher, du weißt es auch. Du siehst mich auf meinem Stuhl sitzen, eine Zeitschrift in der Hand. Desinteresse vorgetäuscht, den Hut in die Stirn gezogen, meine Augen haften an dir. Du siehst meine Wäsche und du siehst Erna. Sie dreht sich. drehtsich. dehrstich. dhrestcih. rhdestchi. Ich trage roten Lippenstift und schäme mich nun etwas dafür. Zweiundvierzig Minuten. Null Sekunden. Akribisch füllst du deine Maschine Stück für Stück mit deinen Kleidungsstücken. Sie heißt Clara. Rosenblüte. Einkaufstüte. Damenhüte.”

Der Mann, von dem diese Zeilen stammen, ist freier Autor und streicht wie ein exotisches Tier durch die Verlagswelt von Kreuzberg. Seine Texte kommen immer frisch gewaschen und getrocknet aus den abgeschrubbten Kneipen, die im Umkreis des Fadenkreuzes liegen, das U6 und U1 bilden. Ich empfehle Yulian Ide uneingeschränkt: superior magazine

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