Christopher Nolan hat gründlich nachgelesen, um die Idee für seinen jüngsten Film zu entwickeln. Das Grundkonstrukt findet sich bei Didier Anzieu, der in seinem Buch “Le moi-peau” von 1985 (Suhrkamp: Das Haut-Ich) 9 Funktionen der Haut aufzählt. Unter der “Reizschutzfunktion” führt er auf, dass die oberflächliche Schicht der Epidermis die freien Nervenendigungen und Tastkörperchen in den darunterliegenden Schichten vor allzu gewalttätigen Attacken schützen. Mit der Haut wehrt sich der Organismus gegen die Reizüberflutung. Der Begriff “Reizschutzfunktion” stammt von Freud, der diesen aber nicht explizit auf die Haut, sondern auf das “Ich” an sich bezieht. Anzieu geht anschliessend näher auf Merkmale eines erhöhten und eines erniedrigten Reizschutzes ein und findet bei Fances Tustein zwei Phänomene, die sich ganz auf die Penetrierung dieser Anti-Aggressions-Schicht konzentrieren: Die paranoide Angst davor, dass die eigenen Gedanken geraubt werden (Verfolgung) sowie den Gegenpart, dass einem fremde Gedanken eingesetzt werden (Beeinflussungsapparat).

Extraction und Inception, also.