Selbstkontrolle, also die Zügelung der vielfältigen Begierden, macht sich bezahlt: In einer Langzeitstudie sind neuseeländische Forscher zu dem Ergebnis gekommen, dass ein hohes Mass an Selbstkontrolle im Alter von nur drei Jahren zu einem beschwerdefreieren Leben führt (man könnte auch sagen: angepassteren). Die disziplinierten Kleinkinder kamen im Teenageralter weniger häufig mit Drogen in Kontakt, hatten weniger oft gesundheitliche Probleme und standen seltener vor Gericht als eine Kontrollgruppe mit weniger Selbstkontrolle. Welche Mechanismen die geistige Disziplinierung unterstützen, ist nach wie vor nicht klar, erwartungsgemäss verorteten die Sozialwissenschaftler Faktoren dafür bei der sozialen Umwelt und führten auch genetische Parameter an. Das Thema der Begierdenkontrolle ist vergleichsweise alt. Schon Platon sprach sich in seinen niedergeschriebenen Dialogen dafür aus, dass nur eine Lebensweise, in der die Begierden und die Geltungssucht unter der Obhut der Ratio stehen, zur Glückseligkeit führen könne. Die blinde Verfolgung der Lüste lässt einen nach Platons Lesart nicht nur unglücklicher sein, sondern bringt einen auch im gesellschaftlichen Kontext in die Bedrouille, wie die Ergebnisse der Studie nahelegen. (Proceedings der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften, doi: 10.1073/pnas.1010076108)

 

Nächtliche intensive Beleuchtung etwa über Städten wie Las Vegas oder anderen amerikanischen Metropolen stört den Regenerationsprozess der Luft. Gleichgewichte von gasförmigen Verbindungen können sich durch die gewaltige Lichtemissionen (Las Vegas etwa ist vom Weltraum aus betrachtet mehr als 25 mal so hell wie der Vollmond) nicht einstellen, so dass wichtige Radikalverbindungen wie NO3 bei Nacht nur in geringer Konzentration vorliegen. Diese Stickstoffverbindung sorgt dafür, dass Schadstoffe der Luft (Smog) durch Oxidation abgebaut werden. Die nächtliche Straßenbeleuchtung oder das Flutlicht von Stadien verhindern also, dass der tagsüber entstehende Smog abgebaut werden kann.

 

beides via FAZ vom 26.01.2011