Hölle V

Tief in der Nacht erwachte ich plötzlich am Rand eines maßlosen Abgrunds. Von meiner Bettkante stürzte ein dunkler Gesteinsbruch in Halbkreisen in die Tiefe, verschleiert von dünnen ekelerregenden Dämpfen und einem Schwarm düsterer Vögel. Auf einer Klippe von Schlacken stehend, im Schwindelgefühl fast schwebend, streckte mir eine lächerliche lorbeergekrönte Gestalt die Hand entgegen und lud mich ein, mit ihr hinabzusteigen.

Überwältigt vom nächtlichen Schrecken, lehnte ich liebenswürdig ab und sagte, alle Forschungsreisen ins Innere des Menschen endeten immer in oberflächlichem und eitlem Geschwätz.

Ich zog es vor, das Licht anzuzünden, und ließ mich wieder in die tiefe Monotonie der Terzette sinken, dorthin, wo eine Stimme, die zugleich spricht und weint, mir wiederholt, es gebe keinen grösseren Schmerz, als sich im Elend an die Zeit des Glücks zu erinnern.

Juan José Arreola