Die Schwaben müssen es wissen. Von ihrer Kompetenz in Sachen Auto- und Motorrradbau überzeugen sich Millionen von Fahrern auf der ganzen Welt jeden Tag aufs Neue. Auch ich habe neben französischen, mundgeschalteten Fabrikaten und italienischen, als PKW getarnten Traktoren immer auch gerne die fahrbaren Untersätze der Bayern und Baden-Württemberger gefahren. Wenn man mal minimalistisch denkt (etwa im Film Snatch: Auf die Frage “What’s in the car?” antwortet der Gangster Sol lakonisch “Four seats and a steering wheel!”) fallen die Fahrzeuge unseres wirtschaftsstarken Südens natürlich aus der Reihe. Die Liste mit Extras schon eines BMW 1ers ist vermutlich länger als der Abspann eines Guy-Ritchie-Films. So war ich einigermassen erstaunt, dass die Schwaben ein Fortbewegungsmittel kennen, das mit etwas Glück sogar einen Auspuff hat: die Schwalbe.

Ich sehe die Tüftler regelrecht vor mir: “Komisch”, müssen sie sich gesagt haben, “weshalb so ein Gefährt nach einem total lieben und leisen Vogels benannt ist”. In der Tat müsste die Schwalbe eher “Krähe” heissen oder den Namen eines stinkenden, lauten und Eier-stehlenden Piepmatzes tragen. Leute wie ich geben sich natürlich dennoch mit dem Moped zufrieden. Es hat ja auch seinen Charme, die Namensgebung erinnert an die hehren Ziele unseres ehemaligen Nachbarstaates und ist im übrigen eine niedliche Bezeichnung für so ein Gefährt.

Was aber haben sich die Schwaben als nächstes gedacht? Richtig: “Wir müssen das Ding umbauen, damit es seinem Namen gerecht wird!”

Wie jetzt auch die allseits engagierten Leute bei PPQ berichteten, haben einige Fans der Schwalbe eine E-Schwalbe vorgestellt. Sie ist leise, schneller und zuverlässiger. Die an Emissionen arme Neuentwicklung büsst damit allerdings jene Eigenschaft ein, die überhaupt erst soviele junge Männer dazu gebracht hat, sich jahrelang mit ihr zu befassen: die fehleranfällige Mechanik.