Eine alte Volksweisheit geht so: Wenn sich die Blätter gelb färben, muss man diese symbolische Glut in sein Innerstes aufnehmen und dort für die nächsten sechs Monate verwahren. Denn bald sind die Blätter ganz weg, es fällt womöglich sogar Schnee, in der Dunkelheit des Winters fehlt somit jegliche Glut und selbst das Eisblau eines klaren Himmels ist ohne seine Komplementärfarbe an den Ästen für keine Wärme gut.

Man sollte also beizeiten einige Platten für die kommende Zeit warmhören. Ganz durch Zufall bin ich dabei auf eine Winter-Veröffentlichung des letzten Jahres gestossen. Die Kritiken dazu lesen sich wie die Beschreibungen eines Parfüms, und tatsächlich hat Pop Ambient 2009 diese Dichte und Schwere und Wärme eines typischen Winter-Duftes. RA schreibt dazu folgendes: “Klimek again opens things, this time with gusts of brass which evoke the breezy foghorns of exotica merchant Arthur Lyman.”

Das Album ist tatsächlich eine grossartige Einladung zum träumen, ich empfehle Pop Ambient 2009 deswegen uneingeschränkt.