Es war ein mieses Wetter in Berlin am Sonntag, als wir zurückkamen. Es regnete und die Strassen waren völlig nass. Durch den Baustellenparcour schlängelten wir uns auf den Ring. Wir kamen über Leipzig – ein Glück. Denn am selben Tag hatte sich ein Busunglück auf dem Schönefelder Kreuz ereignet, die gesamte Autobahn dort blieb gesperrt, wie wir den Hinweistafeln entlang unserer Strecke entnahmen.

Mittlerweile wird die Verursacherin des Busunglücks scheinbar verdächtigt, bei der Fahrt unter dem Einfluss von Antidepressiva gestanden zu haben. Nach einer Fahrt in die Geschwister-Scholl-Straße ist auch mir wiedermal bewusst, dass man allein durch den Berliner Straßenverkehr depressiv werden kann. Die Torstraße wird gerade in Richtung Wedding grossflächig entsorgt. Unter dem Asphalt, der abgetragen wird, ist schon das alte Kopfsteinpflaster zu sehen. Die Bauarbeiter haben ihre Pylone so eng gestellt, dass der Lastwagen vor mir über die Hälfte von ihnen drüberrollen muss. Vielleicht wollten die Bauarbeiter die Straße auch ganz sperren, wer weiss das schon. Die Motive der meisten Leute, die am Verkehr teilnehmen, sind ohnehin nicht eindeutig zu bestimmen. Die Fahrer der Kastenwagen und Kleinlaster, die die Restaurants und Geschäfte beliefern, bauen mit ihren Fahrzeugen Tag für Tag einen lustigen Slalom in den engen Straßen meines Viertels auf. Durch die neuen Parkscheinautomaten parken die meisten wohl ohnehin in der zweiten Reihe. Bei diesem Verkehr ist jeder gefährdet, schwere innere Angstzustände und Wut zu entwickeln.