Jürgen Kaube hat im gestrigen FAZ-Feuilleton einen tollen Artikel über die Bildungs- und Chipkarten-Misere der Politik und insbesondere Ursula von der Leyens geschrieben. Einige Schmankerl daraus: «Leider weiss kein Politiker, was “existentiell” wichtig ist. Wer mit dem Chipkartenmodell den Eindruck erweckt, hier eine Festlegung getroffen zu haben, ruft im Gegenteil nur die Lobbys auf den Plan. Denen dürfte der Nachweis, nicht nur Zoos, sondern auch Gartenschauen und Automessen hätten Bildungseffekte, und wenn Schwimmbäder, dann auch Skipisten oder Gokart-Bahnen, nicht schwerfallen.»

Auch Georg Paul Hefty hat in seinem Pamphlet «Menükarte» den Gewinnern dieser Initiative bereits aufs Treppchen geholfen: «Die ersten Gewinner der Idee Frau von der Leyens stehen schon fest: Es sind die Apparatebauer.»

Wo in in der Internetwelt die Freude über neue elektronische Errungenschaften in der Realwelt neuerdings eher zurückhaltend ist, schlägt der liberale Blog zum Thema Chipkarten geradezu kassandristische Töne an: «Frau von der Leyen, wenn Sie denken, dass Sie mit Technik soziale Probleme lösen können, dann haben Sie weder die Probleme noch die Technik verstanden.»