Kaum aus Dubrovnik zurück, ertränkt Berlin die letzten Fahrtgefühle in einem Strudel von neuem Erleben. Die Stadt und ihr Leben überkommen mich mit aller Kraft, ich wandle durch das schwüle Wetter in den Strassen, fahre in Balkan-Tempo ins Metzer-Viertel hinab, finde mich in der Linienstrasse wieder, in der S-Bahn, an Café-Tischen mit Frühstück und dem ewigen Strom der vorbeieilenden Passanten. Was macht man, wenn man von der Freude, wieder zu Hause zu sein, und der Anspannung, sich neuen Aufgaben stellen zu müssen, gleichermassen gebeutelt ist und zwischen ihnen hin- und herschwingt? Richtig, man geht auf dem Weg im Dussmann vorbei und besorgt sich Lektüre. Das Science-Fiction-Regal hat endlich einen neuen Anstrich bekommen, ich erstehe Lems “Solaris” in einer wunderbar spacigen Suhrkamp-Ausgabe sowie drei Geschichten von den Strugatzki-Brüdern. Die letzten Worte des Schatzgräbers Roderic Schuchardt in ihrem Buch “Picknick am Wegesrand” klingen immer noch in mir nach und haben den Appetit auf mehr Geschichten immer weiter wachsen lassen:

“Wirf einen Blick in meine Seele – ich weiss genau, dass dort alles ist, was du brauchst. Es muss dort sein. Meine Seele hab’ ich niemals und niemandem verkauft! Sie ist mein geblieben, ist die Seele eines Menschen! Lies du in mir, lies, was ich wünsche, denn ich kann unmöglich etwas Schlechtes wollen! – Der Teufel soll mich holen, aber mir fällt tatsächlich nichts anderes ein als seine Worte: Glück für alle, umsonst, niemand soll erniedrigt von hier fortgehn!

Ausserdem Hobbes’ Leviathan. Beschwingt stapfe ich die Tucholskystrasse hinauf.