Belgrad III

Heute sollte unser Abschiedstag werden, wir kauften unsere Zugtickets und holten bei Natalja das Zelt ab fuer die paar Tage in der Natur im suedlichen Serbien. Auf dem Balkon spielten wir Stadt-Land-Politiker. Spaeter trafen wir unsere frauenreiche Gesellschaft, mit denen wir im traditoinell tuerkischen Restaurant “?” sassen. Auf dem Weg zum Fluss kamen wir an einer hellerleuchteten Strasse vorbei. Ein Filmset war in der ruhigen Sackgasse aufgebaut worden, die Scheinwerfer tauchten die Haeuser und das Kopfsteinpflaster in das unwirkliche Licht der Filmwelt, auf dem Gehweg waren die Klappstuehle einer jeden ernsthaften Produktion aufgebaut. Wir liefen wie Fremdlinge durch diese Szenerie, auch wenn uns Belgrad ermutlich heimischer war als den Lichtboys und Kabelboys, die uns verschwoererisch zublinzelten. In dem Durchgang, der zur Treppe und hinunter zum Fluss fuehrte, begruessten uns zwei akkurat gekleidete Italiener mit “buongiorno ragazzi”. Wir ueberquerten die Sava und gingen hinab ans Flussufer, an dem sich die dort vertaeuten Partyboote aufreihten.